Krebsfrüherkennung

Die Krebsfrüherkennung dient dem frühestmöglichen Erfassen einer Krebserkrankung in einem heilbaren Stadium. Der häufige Begriff der Krebsvorsorge trifft insofern nicht den Kern des Vorgehens.

Krebs bzw. bösartige Neubildungen/Neoplasmen des Menschen werden umfangreich unterteilt (Karzinom, Sarkom usw.), bitte beachten Sie dabei jedoch, dass der häufig gebrauchte Begriff "Tumor" im Volksmund zwar gemeinhin mit Krebs gleichgesetzt wird, nicht jedoch im medizinischen Sprachgebrauch. Der Arzt beschreibt mit Tumor letztlich eine Schwellung, diese kann gut- oder bösartig sein. "Tumor" ist auch ein Entzündungszeichen, also Zeichen einer in der Regel vorübergehenden Gesundheitsstörung. Auch ein vorgewölbter Bluterguss (Hämatom) wäre somit für den Arzt ein "Tumor".

Diese unglückliche Mehrfachbelegung des Begriffes "Tumor" führt leider nur allzuoft zu Missverständnissen in der Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Aber Sie sind ja jetzt gewarnt ;-)

Krebs kann grundsätzlich überall, ausgehend von jeder Zelle im Körper auftreten. Je nach betroffenem Organ sollten zur Früherkennung regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen vorgenommen werden.

Die Krebsfrüherkennung des Mannes ab dem 45. Lebensjahr dient der Früherkennung des kolorektalen Karzinoms und des Prostatakarzinoms. Die folgenden Untersuchungen werden jährlich durchgeführt:
Anamnese
Inspektion und Palpation des äußeren Genitales
Palpation der regionalen Lymphknoten
Abtastung der Prostata und der Rektalschleimhaut

Die Krebsvorsorge ab dem 50. Lebensjahr dient zudem der Früherkennung des Darmkrebses/Kolonkarzinom. Es werden folgende Untersuchungen durchgeführt.
Rektale Abtastung (jährlich)
Stuhluntersuchung auf okkultes Blut (jährlich von 50.-55.Lebensjahr)

Ab dem 55. Lebensjahr kann wahlweise eine Koloskopie (alle 10 Jahre) oder eine Stuhluntersuchung auf okkultes Blut (alle 2 Jahre) durchgeführt werden.

Krebsfrüherkennungsuntersuchungen bei der Frau, wie von meinem Vorgänger praktiziert, werden nicht mehr durchgeführt. Sie fallen ausschließlich in den Fachbereich der Gynäkologie.

 

Anmerkung: in letzter Zeit kommen immer mehr Patienten zur Vorsorgeuntersuchung, die mir erzählen, dass die rektale Untersuchung wegen fehlender Sinnhaftigkeit bei der Früherkennung des Prostatakarzinoms abgeschafft worden sein soll. Tatsächlich verbreiten die Urologen Derartiges und verunsichern damit massiv die Patienten. In der Tat ist die rektale Untersuchung bei der Früherkennung des Prostatakarzinoms nur von eingeschränkter Aussagekraft, da der tastende Finger naturgemäß nur den hinteren Bereich der Prostata, der an den Mastdarm grenzt, beurteilen kann. Jedoch wachsen die meisten Prostatakarzinome just in dieser Zone. Zudem dient die rektale Untersuchung nicht nur der Früherkennung des Prostatakrebses, sondern auch der Früherkennung des Dickdarmkrebses, der wiederum am häufigsten im Bereich des Mastdarms wächst. Wie man nun eine derartig sinnvolle Untersuchung, die unzweifelhaft der Früherkennung zweier Krebstypen dient, aus rein urologischer Perspektive in Misskredit bringen kann, entzieht sich meinem Verständnis. Hier in meiner Praxis wird weiterhin rektal untersucht, und wer sich damit nun so ganz und gar nicht anfreunden kann, der möge diese Untersuchung gerne verweigern. Es wird ihm daraus kein Nachteil von meiner Seite entstehen, sondern allenfalls durch die verpasste Chance einer Früherkennung einer bösartigen Erkrankung.